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homo amans – der liebende Mensch

2. – 5. August 2023

In diesem Moment will ich der Frage nachgehen, was den Menschen zum liebenden macht. Ebenso drängt sich die Frage auf, was Liebe ist, wie wir sie verstehen und leben. Damit sich in uns ein tiefes Empfinden von Übereinstimmen und Wahrhaftigkeit einfindet, ausbreitet, bis in alle Zellen absetzt…

Als Ausgangspunkt Gerald Hüthers Zitat in einem Podcast auf YouTube, worin er sich auf Benediktiner Mönche im Mittelalter bezieht:
              „Liebe ist das unbedingte Interesse am Wachstum des Anderen.“

In anderen Podcasts spricht er von Entfalten. Was darf sich entfalten? Bei wem? Mit welcher Idee? Worin liegt Sinn und eben auch Wahrhaftigkeit? Vielleicht kommen diese Fragen etwas sprunghaft daher… – zeugen sie indes von einer Suche nach Orientierung.

Darum steigen wir in einen Dialog ein, mehr ein Fragespiel innerhalb desselben:

«Wenn du von Liebe sprichst, was ist Liebe?»

              «Ja, das ist nicht ganz einfach, wie ich doch etwas fahrlässig mit diesem Wort herumgesprungen bin. Was ist Liebe, hm? Kein Gefühl, nein das ist es nicht. Eher eine Kraft, aus der ich agiere. Eine Haltung, wie ich allem um mich herum begegne, mir selbst eingeschlossen.
Ja, ein Seinszustand, das habe ich schon so vernommen. Und in mich hinein gespürt, ja, es resoniert jetzt noch. Oder gerade nun wieder, als du mir diese Frage gestellt hast. Vielleicht erscheinen noch weitere Bilder, welche ich dir mitteilen kann – doch im Moment…»

 «Dann frage ich mal weiter und versuche von einer kindlichen Warte, weil es mir freier, unbeschwert, frei von Konzepten, ohne Voreingenommenheit erscheint. Dabei gehe ich von deinen Aussagen aus: Kraft, Haltung und Seinszustand. Ist Liebe dann etwas, was eine Absicht verfolgt?»

              «Nein, sie will nichts erreichen.»

«Liegt ihr ein Motiv zugrunde? Strebt sie auf einen Nutzen hin?»

              «Nein, auch nicht! In mich geschaut nehme ich keine Erwartungen wahr, erkenne keine Vorstellungen, wie etwas zu sein hat. Obschon ich es dir nicht erklären kann, noch nicht, zeigt sich ein Wort: Sinn – wenn ich Liebe fühle – spüren mehr –, empfinde ich etwas Sinnhaftes darin.»

«Auch Kinder entdecken es bereits, mit der Jugend bricht sie manchmal richtig durch  – die Verliebtheit: Wir erfahren besondere, meist neuartige Empfindungen, sagen dem vielleicht Gefühle. Was hat Verlieben mit Liebe zu tun, wie viel Liebe steckt drin?»

              «Von meinen Erfahrungen aus und mit dem, was mein Umfeld mir berichtete, erscheint Verliebtheit, dieses süsse Gefühl, verliebt zu sein, etwas, was sich körperlich zeigt: So vom Bauch heraus; auch irgendwie sinnlich, weil die Sinne schon etwas gar rosarot zeichnen, was und vor allem, wie wir wahrnehmen. Schön gezeichnet, gewiss verzerrt.»

«Also unterscheiden sich Liebe und Verliebtheit, wenn ich mit deinen früheren Aussagen abgleiche. Während verliebt-sein rückblickend wohl etwas sehr Kraftvolles in sich trägt, Verliebte in einem besonderen Seinszustand empfinden lässt, so drängen auch andere Eindrücke hervor: Illusion, Täuschung; Verblendung durch in ihr wohnende Blindheit, ganz oder teilweise…»

              «Vielleicht dann, wann für manche Menschen nach einer Zeit das verliebt-Sein zurückgeht, sich abschwächt. Und an deren Stelle ein etwas beständigerer Seinszustand kommt…»

«Das wirkt mir etwas tendenziös: Auf was willst Du hinaus?»

              «Ist es nicht so, dass manche Menschen dann in einer gewachsenen Beziehungsform weiterhin in einem Mass Illusion und Täuschung verharren. Sich daneben aneinander gewöhnen…?»

«Ja, aber wer hier von Liebe spricht, hat wahrscheinlich keinen wirklichen Kontakt zu sich selbst, keine Verbindung.»

              «Warum dann?»

«Weil kein Kontakt, keine Verbindung heisst für mich auch, getrennt, abgetrennt zu sein…»

              «Von was getrennt?»

«Zuerst von mir selbst. Auch wähne ich mich, mit einem anderen Menschen, der da ist, verbunden zu sein, wenn wir mit einander sprechen, einander berühren, uns zusammen durch gewisse Lebensfelder bewegen. Doch, wenn ich in mich hinein spüre, fühle ich keine Verbindung, weder zum andern, noch – und um das geht es – zu mir selbst – zu meinem Herzen.»

              «Dieser andere Mensch, der ist uns doch wichtig. Und du meinst, da sei Getrenntsein, vor allem im Menschen selbst? Was ist es dann, was diese Menschen zusammenhält? Gibt es nicht Anziehung, die erotisch, emotional oder sonst wie sein kann?»

«Ja, jetzt kommen wir wieder zu einem zentralen Punkt: Wann fühlen wir uns von einem anderen Menschen angezogen? Zu ihm hingezogen? Was haftet hier an?
Hoffen wir in einem anderen Menschen zu finden, was uns fehlt, dann erkenne ich hierin eben genau das Moment, was uns im Anderen anzieht. Wir versprechen uns durch den Andern zu bekommen, was uns wichtig ist. Wir projizieren – darum ein Versprechen. Anhaftung darum, weil aus dieser Vorstellung eine Erwartung werden kann…»

              «Ich möchte wieder näher zu unserer Ausgangsfrage zurück: Was Liebe sei, ist.
Bis jetzt haben wir doch einige Punkte zusammengetragen, was Liebe nicht ist. Oder was Liebe ausschliesst. Gewiss klärend, bloss einer Annäherung immer noch fern. Hast du alle Gedanken in dir präsent, kannst du versuchen, mir eine positive Beschreibung zu vermitteln?»

«Hui, das schaffen wir sicherlich gemeinsam. Ich beginne mal so: Liebe ist…
Verbundenheit, aus dem eigenen Herzen heraus. In dieser Verbundenheit erfahren wir ein Bewusstsein, dass wir darüber hinaus mit einer Instanz verbunden sind, die Quelle allen Lebens ist. Etwas Vollkommenes, das nicht Ergänzung oder Veränderung im Aussen sucht. Keine Steigerung, kein Verlangen nach mehr, tiefer und weiter. Etwas, was in Bewegung ist, kontinuierlich. Fliesst, ja wie ein Strom…
Was fällt dir noch ein?»

              «Liebe bleibt frei von Erwartungen, Vorstellungen, verfolgt keine Absichten, ist uneigennützig aus Sicht der oder des vermeintlich Liebenden. Menschen, die sich lieben, tun das nicht, weil sie sich anziehen. Eben diese Menschen stellen keine Bedingungen, weder an sich noch an Andere, und an diese. Damit erscheint sie uns unverfälscht, also echt: Liebe ist Annahme, von ALLEM, was und wie es ist. Liebe schliesst Täuschung aus – nein, Liebe lässt keinen Raum für alles, was Lebendige in ihrer Liebe einschränkt. Für mich ist das so vollkommen…»

«Ja, vollkommen bedeutet auch, dass Liebe unerschütterlich ist. Und so wie wir uns der Liebe in Wort und Bild annähern, alles ihr nicht-Zugehörige abtragen, schälen – kann es sein, dass wir jetzt selbst in Liebe sind, aus ihr heraus leben, sie erfahren?
Sie korrigiert, ohne uns falsch oder schlecht fühlen zu lassen. Sie reinigt, säubert, lässt Überflüssiges abfallen, gerade weil sie allem Beachtung, Anerkennung, Wertschätzung ebenso zukommen lässt. Liebe ist mehr als…: Wir in Liebe erfahren Verbindung, Verbundenheit, wir erleben Einheit. Ja, auch hier steigen wir darüber hinaus: Tief empfinden wir Einheit, wir sind eins!»

              «Einmal mehr – ja: Da sind keine Grenzen, was auch immer sie geschaffen, gezogen haben will. Und so fällt jegliche Abgetrenntheit, wir sind eins, nicht getrennt. Erkennen, dass in uns etwas Beständiges wirkt, lebt, unvergänglich. Uns wie mit einer gütigen Hand hinführt, entdecken lässt, zurück entdecken. Oder ist es Erinnern, ein wieder-Erinnern?
Auch an eine, vielleicht sogar eine tiefe Einsicht heranführt. In uns lebt diese Liebe, sie ist rein, mächtig, ewig. Wir kommen aus deren Ursprung und kehren zu ihm zurück. Denn wir sind diese Liebe, wir sind eins. Auch glaubt etwas in uns, wir wären ein unbedeutender Teil davon, abgetrennt, verlieren uns im Nichts…»

«In Anlehnung an östliche Weisheitslehren: Die Seele sagt, ich bin alles. Und der Geist sagt, ich bin nichts. Was soll’s – ich bin Liebe, ich bin…»

              «Ja! Lassen wir die Worte im Aussen ruhen. Es in uns still werden – auch verlangt ein munterer Geist, fortzufahren. Ein Stichwort noch: Wir sind Fraktale…»

Gespräch zwischen zwei Wesen: Was ist das Wichtigste im Leben

Gespräch zwischen zwei Wesen
Was ist das Wichtigste im Leben? Liebe doch?! Oder ist es Beziehung?!
Und was ist wichtig in «Beziehung»? Liebe! Und wie zeigt sich «Liebe» in d(ies)er Beziehung? Ruhe (reassurance), Frieden, Gelassenheit, Respekt, Freude, Kraft, Halt, Orientierung, Verbindung, darin Anbindung, (Selbst-)Erkenntnis, Nahrung, Ausgleich, Wachstum und Entfaltung, Heilung und ganz-Sein, ein «bei-mir-Sein» und das ganz «nah…».
Und so kommen wir zur Essenz. Oder wie wir dazu finden. Dieser Dialog kann im Aussen stattfinden, mit den gleichen Fragen und ähnlichen Antworten. Oder eben im Innern – zwischen «mir» und «ich». Wobei wir uns zuerst klar werden wollen, wer im inneren Dialog zugegen ist. «Ich» selbst, «mir» als mir anhaftend, «mich» als Bezug auf etwas Wahrnehmendes? Gehen wir vom Ersteren aus und bauen wir vom «Ich-selbst» in Bewusstseinsfelder auf – also ausgehend vom Bewusstsein. Vereinfachend darf gesagt sein und überall wo wir sagen: «Ich bin das oder dies» – können wir von einer Identifikation sprechen. Wir setzen uns so mit dem Bezeichneten, Benannten gleich. Wenn wir bspw. hören, wir sind ängstlich, wütend, könnten wir annehmen, dass wir im entsprechenden Moment von Angst oder Wut erfüllt sind – doch welches Bewusstseinsfeld ist davon eingenommen? (Passive, reaktive, vielleicht sogar konditionierte Realität)
Darin finden wir nun einen Ansatz, wenn wir fragen: «Wer ist ich, wer fühlt Angst oder Wut, und was löst diese Gefühle warum aus?» Was sich daneben und darunter, vielleicht überdeckt, noch zeigen könnte… Lassen wir die Nebenfragen vorerst weg und fokussieren wir uns auf das «Wer» – unser Ausgangspunkt: WER IST ICH? Übertragen auf den Dialog im Aussen: Wer ist das Du, wer begegnet mir im Dialog und auch, wer ist «mir»? Damit können wir auch etwas vorwegnehmen: Dieser Ausgangspunkt führt uns zum Endpunkt und ebenso zu einer Weise, wie wir diesen Dialog wahrnehmen – gleichsam ins Beobachten finden. Eine erste, elementare oder essenzielle Entscheidung steht nun an – wir werden hieran geführt: Vom subjektiven, passiven, vielleicht sogar konditionierten Wahrnehmen zu einem, im Bewusstsein ansteigenden und ausdehnenden Wahrnehmen, Gewahr-Werden. Im Sinne eines Beobachtens, einer/-s Beobachtenden, die/der nicht in allem miteinbezogen, gleichsam unfrei, gefangen beteiligt ist. Wir steigen aus, aus Mitleid, aus Mitgefühl, weil dieses «Mit» uns verstrickt – im Buddhismus als Geistesgifte bezeichnet, weil es uns vermutlich anhaften lässt, ablehnen oder täuschen.
Liebe*r Lesende, bist Du in dieser Diskussion mit einer Instanz gefolgt, mit einer Instanz in Dir, in ihr gestiegen? Nicht (mit) den Worten, sondern durch sie eben in dieses Bewusstsein, in ein Bewusstseinsfeld oder klarer, in einen überdimensionalen Bewusstseinsraum? Darin eingefunden und so mit etwas Namenslosen, Unbekannten verbunden – jetzt in einem Kern angekommen…

«Was ist das Wichtigste im Leben?» Beziehung, und darin…
              – Ruhe, welche ihren Ursprung im Erfahren ihrer selbst findet, uns so dann ein Aufgehoben-           Sein führt – Bewegen? … bleibt aus, allein der Atem strömt.
                            – Frieden, weil mit der Ruhe zusammen eine Art Erfüllung, Angekommen-Sein                                     hinzugekommen ist und nach nichts mehr verlangt, nur noch darin weilt, ihn in alles                             fliessen zu lassen.
– Gelassenheit erwächst, Respekt durchdringt und verleiht Beachtung. Freude ebenso, an allem teilzuhaben, sie im Lebendigen zu erfahren, sie wie einen unversiegenden Brunnen erlebend, in sich sprudelnd spüren.
                            – Kraft, Halt, Orientierung – Gefässe allesamt, die stärken, tragen, führen.
                                                         – Verbindung mit allem, was ist, angefangen in und mit mir selbst. Von                                                     dort austreibend, zu allem hin, in alle Richtungen und Dimensionen,
                                                         sich mit allem einend, in allem…                           
– Darin Anbindung finden, verschmelzen, eingehen, worin wir Abtrennung, Getrenntsein wähnten.
              – Erkenntnis, wie ein Licht, das allen Schatten und Trübes auch wegwischt. Alles Sein
              durchleuchtet, im wirklichen Wesen erstrahlen lässt, wirken…
                            – Nahrung schenkt sich, ohne ein Verlangen zu spüren mehr, Fülle überall, wie ein
                            Gefäss, welches überläuft, damit versorgt, ohne zu erschöpfen.
– Ausgleich, der jegliche Bedürftigkeit vergessen macht. Alles Aufgezählte, Durchspürte geleitet uns so zur Ur-Idee, einer zentralen gewiss, was unser Dasein bestimmt: Wachstum und Entfaltung all unsers Geschickes, ein Streben darauf hin. Wie eine Sonne, welche von sich aus, von sich weg…
              – Heilung, vom Versehrten, Beeinträchtigten wieder zum Vollkommenen, ganz-Sein, darin
              wieder aufgehend, sich erlösend. Sich allem Behindernden, Einschränkenden,
              Unterdrückenden und Blockierenden entsagend, um so in ein «bei-mir-Sein» einzutauchen. Sich nah sein lässt uns das Innere tasten, spüren: Die Nähe in und zu uns dehnt sich aus, entgrenzt, scheint hinauszufliessen, das Erkunden im Aussen fortzusetzen.
Nun zeigt sich Identität als Vereintes, Vereinendes. Identität, welche sich nicht (mehr) darzustellen braucht, einfach ist, was und wie sie ist.
Im Begreifen, Erfassen purzeln noch weitere Empfindungen heran: Dankbarkeit, Wertschätzung, Freiheit, Energie, weil an der, besser in der Quelle angebunden. Von wo alles «Sein» ausgeht, sich erfährt, erlebt, darin unermesslich lebt und wieder dahin zurück…

Doch es braucht keine Worte mehr, keine Klärung – Beziehung erschliesst… Alles. Klarheit … angekommen, zurück in der tiefsten Einsicht: Wir sind …
Damit haben wir zu einer neuen Wahrnehmung gefunden. Wir erleben uns darin als achtsam, empfinden, als ob wir erst jetzt richtig sehen, hören… Von unseren Sinnen Eindrücke gewinnen. Gewinnen darum, weil sie uns noch unverzerrt, unmittelbar zu teil werden: Was um uns und eben auch in uns wirkt, empfangen wir noch unverfälscht, ursprünglich. Und bevor wir nur ein Filter darüberlegen, erkennen wir vielleicht, dass wir das erste Mal wirklich sehen, hören…
Wie ein Kind dann? Irgendwie schon, weil all das Bedingende, Geformte, bereits in Begriffe Gefasste wie weg…, mehr doch, abgefallen ist, abgestreift – und sich alles wie in neuem Licht zeigt.

              Doch was Liebe ist? Nochmals zum Anfang zurück: Was das Wichtigste im Leben sei. Was ist deine, meine Idee, unsere jeweilige Vorstellung von Liebe? Und dadurch – was Liebe nun wirklich sein kann, wie erleben wir sie, wie erfahren wir sie?


homo amans ist seit 2008 online: Der liebende Mensch – bis anhin ohne einweisende Worte, was einen Menschen zum liebenden werden lässt. Auch wie wir Menschen in uns zur Erfahrung, zur – im Herzen endeckten, verankerten – Einsicht finden, dass Liebe in uns als Quelle, als ein lebensbegründeter Ursprung vorhanden ist. Wenn auch der Begriff Liebe gewiss noch an beleuchtender Betrachtung bedarf. Doch ich steige einmal mit der Absicht ein, ein Bild entstehen, wachsen zu lassen, welches von Eindrücken, Einsichten mit Facetten und Farben zu einem Ganzem wird…
Nun, in diesen Tagen scheint etwas herangereift, dass nun in Worte gefasst werden darf – geradezu will! Liebe, die von uns selbst ausgeht und immer zu uns selbst hinschaut, auf uns selbst zurückfällt, hat mich spüren lassen, wie ich mit mir selbst in Kontakt bin. Mit mir in Begegnung komme, wenn ich auch im Aussen einem anderen Wesen begegne: Wie begegne ich ihm, finde ich zu ihm, durch mich hindurch. Was findet Beachtung, ob im Aussen beim anderen Wesen oder bei mir, in mir – einerlei. Ich schaue, nehme wahr, nehme alles an was ist. Bin in Verbindung und komme in Austausch. Und plötzlich breitet sich etwas aus, entfaltet sich, was sich bis anhin vielleicht wie ein Fleckenteppich darbot. Kein Patchwork, das als Ganzes ins Auge fällt – so wahrscheinlich erst später, wenn das Bewusstsein mit emporgestiegen ist. Das Auge schaut nun noch von naher Distanz, hält sich an Prägnantem, Vertrautem oder gar, von der Anmutung her Angenehmen.
Was damit gemeint ist?

Samskãra – für Susann

Es ist…, scheint, als ob ich selbst ein Gnan Vidhi besucht habe. Und dann, in den Tagen danach im Bewusstsein empor  geklettert bin…

Samskãra – Nicht als eine Forderung  von Aussen, sondern als ein Verlangen von Innen!
Wer, was verlangt? Ist es das Herz, das mich ruft, ohne jedoch zu mahnen? Folge ich diesem Rufen, so adelt es all mein Tun und Lassen!

Mit dem Herzen berühren

Für diesen einen Menschen, welchen ich «Farfallina» nenne – bloss eine charmante Bezeichnung eines mir sehr lieb gewordenen Menschen? Oder umschreibe mit diesem Namen das Wesen dieses Menschen, die Beziehung zu ihm, zu ihr genauer und somit auch die Beziehung zwischen uns, zu mir selbst und damit auch das Wesen der Beziehung selbst?
Was diese Nacht wie in einem geistigen Uterus herangewachsen ist, heute, 16.8. ins Bewusstsein hinein geboren wurde, erscheint mir wie ein abgeschlossener Verpuppungsprozess: als ob eine – sinnbildlich gemeint – ursprüngliche Körper-, Wesenshülle aufgebrochen, abgestreift, abgelegt und etwas Herangewachsenem neue Gestalt verschafft…

Wie heißt es auf einem Zettel, welcher seit Monaten neben meinem Kopfkissen liegt? „Er muss integrieren, was er schreibt, muss es fühlen, leben und lebendig werden lassen. Es aus der Asche ins Feuer auferstehen lassen.“ Akasha, Angela Siria, Frühling 2019

Mit dem Herzen berühren – sich vom ihm führen lassen, zu dessen Wahrheit finden und durch es in Freiheit finden

Ein neues Bild: Ein Kind, ein Neugeborenes, das den Finger seiner Mutter, seines Vaters festhält, wird in uns die Frage hervorrufen, woher es die Kraft dazu hat – so festzuhalten. Und wenn es loslässt –weshalb und wie. Kann es sein, dass sie dieses Kind die Gabe hat, mit dem Herzen wahr zu berühren. Ohne das Bewusstsein, wie wir es zu kennen glauben. Und wenn es so berührt hat, kann es loslassen, braucht nur seine Hand zu öffnen. Verliert keine Kraft, alles ist noch da, nur die Energie wandelt sich.
Und darin zeigt sich ein Verlangen, ein reines Verlangen. Frei davon, etwas haben, besitzen zu wollen. Ohne etwas sein zu müssen, nichts zu manifestieren. In diesem Verlangen liegt gleichsam etwas, was uns widersinnig erscheinen mag: Durch oder in diesem Verlangen zeigt sich eine unermessliche Freiheit…

Wenn ich früher von Liebe, genauer der „Mächtigen“ geschrieben habe, wird genau hierin dieses Mächtige, das Machtvolle dieser Liebe sichtbar – auch eine Wahrheit, mit etwas Mut vielleicht sogar ein Axiom: Wenn wir etwas in dieser kindlichen Manier festhalten, ist es, als ob wir es mit dem Herzen berührten, bis wir empfinden, mit dem Göttlichen in Kontakt gekommen zu sein.
Genau das ist das Wesen dieses Verlangens, die Essenz. Mithin auch Einsicht, woher die Kraft, so festzuhalten – wie ein Neugeborenes – kommt und auch der Impuls, wieder loszulassen.

Bis hierhin ist es bloss ein Bild – wohl übertragbar. Nun ist zu integrieren, was geschrieben ist, zu fühlen, zu leben, – und es derart lebendig werden lassen. Erfahren… –, tief erfahren, durchfühlen, durchleben. Darin Muster zu erkennen, ebenso Verletzungen, vielleicht schon Schatten.
Daraufhin Grenzen, solche, die ich ohne zu hinterfragen übernommen habe. Mehr jedoch diejenigen, die ich selbst und – vornehmlich aus unüberwindbar gehaltenen Ängsten heraus – selbst erstellt habe. Um nicht von meist leichtfertig zugelassenen Überzeugungen abweichen zu müssen. Fahrlässig geradezu, weil dieser trügerische Glaube, der eigenen Verwundbarkeit zu schützen, oder noch treffender, alte Verletzungen nicht nochmals zu erfahren, mich davor abhält, zurückhält.

Von was? Um was geht es? Soll, nein – darf ich dieses Bild zum Anlass nehmen, Verhaltensmuster, ihnen innewohnende Glaubenssätze abzulegen – eben wie ein Cocon – wie ein nicht förderliches Korsett aufzubrechen und – jetzt im Moment des Schreibens – mich auf einen Weg zu machen. Einer Vermutung, vielleicht einer Intuition folgend: Es erscheint mir wie ein Weg…
Ein Weg des Herzens, Dinge wie ein Finger festzuhalten, um so mit dem Wesen, mit dem Kern in Berührung zu kommen – mit einem…, mit diesem reinen Verlangen: das Göttliche in allem zu berühren. Im anderen, in mir, in der Verbindung, im Ungetrennten letztlich. Dabei auch zu erfahren, zu erkennen, zur Einsicht zu gelangen, dass die vorher beschriebenen Grenzen schlichtweg inexistent sind. Eine Illusion unseres Vorstellungsvermögens, mithin auch unseres Bewusstseins, alle Dinge unserer Erfahrung fassbar, begreiflich zu machen. Ebenso all meine Ängste, auch sie trennen mich von meiner Kraft, entfremden mich vom Herzen. Damit halte ich bloss fest, kann nicht loslassen – weil ich NICHT mit dem Herzen berühre, NICHT in Kontakt mit dem Göttlichen komme, bin.

Die Brunnenparabel – im Garten der Liebe

Das Herz öffnen – das eigene der/dem Anderen, es damit erwachen lassen – um sich selber zu erkennen…

nach Will Smith, einem Instagramm-Post, gefunden und kommentiert von Laura Malina Seiler

„Liebe ist wie Gärtnern!
Ich habe gelernt, mich darauf zu fokussieren, dir zu helfen darin aufzublühen, was du sein möchtest und wozu du geboren wurdest.
Anstatt zu verlangen, das und so zu werden, was und wie es mein fragiles Ego braucht, dass du es bist. Weil mein Ego das Gefühl hat, nicht erfüllt nicht genug oder nicht ganz zu sein.
Ich habe gelernt, dass es mir Freude bereitet, deine Träume und Sehnsüchte zu nähren und dabei zu unterstützen, in Erfüllung zu gehen.
Anstatt darum zu kämpfen, meine egoistischen Bedürfnisse zu befriedigen und meine Unsicherheiten auszugleichen.

Ich habe gelernt, Liebe ist zuhören, Liebe ist geben, Liebe ist Freiheit…“

… Liebe ist wie Gärtnern – sei du die Liebe, wovon du gern mehr möchtest – sei dieses Mehr, sei wie ein Geschenk aus dieser deiner Fülle. Sei wie die Natur und erkenne, dass überall Überfluss herrscht und dass das die wahre Ökonomie ist – die Ökonomie der Liebe!
Gärtnern bedeutet auch, dank dieser Ökonomie im Hier-und-Jetzt zu weilen und das Leben und das Lieben als Zyklus zu erfahren: Säen, Hegen und Pflegen, Ernten und dabei zu erkennen, dass für ein optimales Wachstum sowohl Unkraut als auch Überreste zu beseitigen sind…

Lieben heisst …

In etwa der gleichen Zeit hat ein Instagramm-Post von Anita Moorjani ganz erstaunliche Einsichten ermöglicht:

Secrets of a victorious mind – Geheimnisse eines siegreichen Geistes oder auch Widerstände-meisternde Haltung zum Leben…“
Sie sprach am Ende eines Interviews von Lebenskraft, welche wie eine individuell einzigartige Kombination – einem besonders wirkungsvollen Bündel gleich – von Ressourcen (Fähig- und Fertigkeiten, Kompetenzen, etc.) verstanden werden kann. Diese Lebenskraft sieht sie im Sinne / Geiste eines höheren Selbst oder als ausschliesslicher Ausdruck der Quelle, des Ursprungs, des Göttlichen. Wenn wir über das Erkennen hinaus erfahren, erleben, wie eine Kraft in und durch uns wirkt und Überragendes leisten lässt. Mit eingeschlossen, was diese Kraft in uns erweckt, sie wachsen und erstarken lässt, scheinbar unbezwingbar.
Und genau hier passt sie hinein, wie sinnhaft eingeflochten:

Die Brunnenparabel
Ob er ‚Im Garten der Liebe‘ steht oder sonst wo in der Natur: Du erkennst einen Brunnen, mit einer Öffnung, woraus Wasser strömt. Aus welcher Quelle gespiessen ist ebenso wenig sichtbar, wie von welcher Art dieses scheinbar kontinuierlich fliessende Nass.
Stellen wir uns nun vor, dass wir selbst ein Brunnen sind, uns jedoch nicht als solchen erkennen können. Doch sehen wir diesen anderen, meist zuerst und sodann nur diesen: Den Brunnen im Aussen. Vielleicht empfinden wir in Anbetracht dieses Strömens und Sprudelns eine Lebendigkeit. Eine Lebendigkeit ausserhalb von uns – also nicht in uns. Und so in uns selbst vielleicht ein Gefühl des Mangels, auch wenn es bloss vorzuherrschen scheint, sind wir eventuell geneigt, uns aus diesem Brunnen zu tränken. Wie in Kindertagen, als wir versorgt wurden, manchmal in elterlich einfühlender Fürsorge, uns das zu geben, was wir gerade gebraucht haben. Dabei übersehen wir – vielleicht aus Bedürftigkeit oder aus Unbewusstheit, dass sich in diesem Brunnen kein Ablauf zeigt, er deshalb überläuft und die Umgebung dank dieser Üppigkeit reich versorgt. Und eben, dass JedeR im Innen auch…
Die Einen würden ihrem erwachten Herzen folgend, Andere in ihrer Bewusstheit angesprochen entdecken, dass wir alle Brunnen sind. Dass dieses scheinbar unversiegende Nass unsere Lebenskraft bedeutet.

Dass wir unsichtbar von einer Quelle versorgt werden – der einen. Wir gleichen Ursprung haben und Ausdruck derselben sind. Individuell und so einzigartig, unvergleichlich damit.
Jetzt passt alles zusammen: Dieser und weitere Brunnen stehen in einem Garten. Ob es ein Garten der Liebe ist, bleibe unseren, hierin erwachten Herzen überlassen. Ebenso wie wir uns selbst darin entdecken, erfahren, erkennen…

Damit zurück zu diesem Interview, worauf sich Anita Moorjani bezogen hat mit der Frage am Ende desselben, was eben das Geheimnis … sei:
An diese Lebenskraft ist unsere innere Stimme gebunden. Und daran wiederum, was sie zum Verstummen bringt, einbremst vielleicht. Daran auch eine uns innewohnende Autorität: die Autorität des Empfindens, Denkens, Handelns, welche unbeeindruckt von äusseren Stimmen sowie unbeeinflusst von einer Instanz, Ego genannt, unser Bewusstsein alimentiert. Und von dort weiter unser Tun und Lassen, also unser Verhalten in feinsten Nuancen. Wir erleben Mündigkeit, erfahren sie – eine Mündigkeit, die aus einem Herzen stammt, das sich befreit, Schützendes beiseite legt, sich öffnet, zuwendet.

Aus der Warte, wie wir diese Brunnen, deren Symbolik und lebensnah den Sinn in unserem Da-Sein, im So-Sein verstehen, erkennen wir – in die Brunnen-Parabel übertragen -, was das heraus sprudelnde Wasser, unsere Lebenskraft beeinträchtigt:
– unsere Ängste, Erinnerungen an Verletzungen auf dem zurückliegenden Lebensweg
– Gewohnheiten, die sich auf selbigem Weg routiniert und meist tief verhaftet haben
– Überzeugungen, (Verhaltens-)Muster, Glaubenssätze, die uns prägen und wir sie verfestigen
– Umweltfaktoren, die hier ohne weitere Vertiefung hinzu genommen werden

Was fördert, stärkt unsere Lebenskraft?
– Die über Erkenntnisse hinausreichende Einsicht, dass wir Teil des Göttlichen sind. Alles in uns tragen, was vom Schöpfenden ausgeht – also selbst zum Schöpfen, Gestalten fähig sind
– Und damit zur Einsicht gelangen, dass wir in Anbindung an dieses Höhere als Seele (die so noch zu definieren wäre) Aufgaben in dieses Leben mit hinein bringen
– Daraus erwachsend ein schwergewichtiger Aspekt von Seelenliebe: Als Vertrauen in die oben erwähnte innere Stimme

Abschliessend eine Idee: Ängste, welche wir anerkannt und angenommen haben, lassen sich überwinden, indem wir uns auf ein bestmögliches Ergebnis konzentrieren. So ermächtigen wir uns selbst, indem uns zugewandtes Mitgefühl ein präsenter Wegbegleiter ist. À propos Mit-Gefühl: Fühlen, was jetzt ist, ohne bewerten, nur zulassen, annehmen, was ist, im Moment  …

Filme, die mich tief berührten

Como Agua para Chocolate
Die Tänzerin
Hereafter
Inception
Jane Eyre
Legenden der Leidenschaft
Nathalie küsst
Sieben Leben
Shutters Island
The Revenant

6. Die Brücke am Fluss
5. Das Lächeln der Sterne
4. Die Hütte
3. Amour Amour
2. Verborgene Schönheit
1. Tous les matins du monde

Über allem: Samadhi

Angeregt von Chris Durden, https://www.youtube.com/watch?v=8jYdJnarjr0

Brahma Muhurta Version 0.1, wird überarbeitet

Da ist ein Herz

Ist es Deines oder meines – einerlei

Es zeigt sich: wie oft erfuhr es Freude, Glück, Zuneigung, Liebe sogar?

Und eben auch: Trauer, Schmerz, Ablehnung, Zurückweisung?

Lass uns das sehen, lass uns fühlen, alles …

Auch fühlen, gehalten zu sein

Verbunden, damit wir uns vollends nach Innen wenden

Vertrauen, damit sichtbar wird, was gesehen werden darf

Und soll – all die Narben auch, alles jetzt und wie es sich zeigt

So wie ich Dir zuhöre, tief und bloss

Findest Du eine Pforte nach der anderen

Verschlossen erst, bald offen

Und Du kannst weiter

Immer Neues, auch längst Vergessenes,

Weggesperrt oder im Schatten verbannt

Mit eben Gefühle, die wir nicht ertrugen

Nicht lebten, nicht durchlebten

Jetzt darf alles kommen, da sein,

bleiben, was bleiben will

Und was nicht, wird gehen

Nichts halten wir fest

Was bei Dir bleibt – jetzt noch

Es ist da, weil es richtig und wichtig ist

 

Ich halte Dein Herz, ich halte es in mir,

Bei mir, nicht fest

Es soll schlagen, frei wie es will

Und uns verstehen lassen, was jedeR braucht

Was gut tut, was gefühlt und gelebt werden will

So hältst Du auch mein Herz

Darin empfinden wir diese Verbundenheit

Ein unermessliches Vertrauen, das alles bejaht

Zuneigung, die nicht besitzen will – sondern wachsen

Entfalten darf sich nun alles, was ansteht, reifen

Keine Angst, nichts Hinderndes, ohne Widerstand

Alles zeigen, offenbaren, nach Aussen finden

Mehr als bloss im Gewahrsein Ausdruck erhalten

Das Bewusstsein gleichsam mit weiten, ausdehnen

 

Gibt es einen Schlüssel, zu dieser Pforte?

Ist es überhaupt eine Pforte, wozu? Zur Seele?

Zu Deiner und zu meiner ebenso?

Ist das nicht das torlose Tor?

Es braucht keinen Schlüssel, nichts verwehrt uns den Zugang

Es ist alles da, in Dir, in mir, in uns allen!

Mitgefühl, tief hören, zulassen und annehmen

Lieben, was kommt und wie es kommt

Mensch-Sein neu entdecken, wieder erfahren

Erleben, was wie ein verborgener Schatz ins uns

Wartete, entdeckt zu werden – wie ein gebrochenes Herz

Mehrfach verwundet vielleicht – jetzt brechen wir es auf!

Streifen alles Leid ab, legen Ängste weg

Und betreten einen Garten, gleich nebenan

Du kennst ihn, hast ihn immer gekannt

Für mich heisst er „homo amans“

Es ist unser Paradies, Pracht und Überfluss

Wir Teil davon, mit dieser ursprünglichen Sprache

Der Sprache verwundeter, nun geheilter Herzen

Einfach, Allen zugänglich, weil für Alle verständlich

Mitgefühl, das wie Wurzelwerk alles durchdringt

Und uns in diese Kraft bringt, alles zu fühlen, tief zu hören

Klar zu sehen, alle Farben, jegliche Gestalt

Zu riechen, wie nie zuvor, zu schmecken

Zu tasten, zu spüren, und alle Empfindungen

Ins Bewusstsein Eingang finden zu lassen

Und wie sich unsere Herzen hingaben

Alles an und in uns, in Dir und mir folgt

Hingabe als Samen einer Liebesfähigkeit

Eine Haltung, ein Seins-Zustand, unserer

Der unser ganzes Wesen und komplettes Wirken durchdringt

Denn, in diesem Garten erleben wir Einklang und Einheit zugleich

Du bist der Baum, ich der Mensch, wir sind Atem, wir sind eins

Keine Grenzen zwischen Innen und Aussen

Ohne Dimension, ohne Ebenen, nur endloser Raum

Fülle, Reichtum, auch Magie, alles verbunden

In Beziehung, angebunden an Höheres, Du, ich, alles Teil davon

Angekommen, zurück gefunden, heimgekehrt

Ein Erwachen unserer Herzen, einst gebrochen, dann verschlossen

Aufgebrochen, so zärtlich, sanft, doch bestimmt

Kehrt Einsicht ein, mit Entwachsen das Erwachsen

Getrennt waren wir nie, nur jetzt heil, ganz, frei

Eine so vertraute Energie erfasst das So-Sein

Leben als homo amans und – lieben als…

Wie eine schemenhafte Hand, zu Dir und auch zu mir

Sie lädt uns ein, führt uns, begleitet und nimmt uns an

Nimmt letzte Schleier, erschliesst immenses Vertrauen

Wir kommen heim, im Göttlichen, sind eins

Und alles heilig, in und um uns

Hier und Jetzt, ausschliesslich!

Tat tvam asi – Frühe Tagträumereien in den Hügeln des Klettgau

Allerliebste Seele von Karin

Ja, ich bin verliebt, ganz schlimm verliebt. Und ich merke, wie mein Ego leidet, sich windet in einem unwirklichen Schmerz!

Und wenn ein Ego verliebt ist, meines dann, will es besitzen, über die wohligen Gefühle verfügen, sie kontrollieren und auch Macht über das Herz einer Anderen gewinnen , alles habhaft machen, was diese Empfindungen auslöste, dauerhaft. Um sich all das Geliebte und Gewünschte und lang Ersehnte und eben auch das lang Vermisste einzuheimsen.

https://www.youtube.com/watch?v=hzGH_oZmtxU
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Doch die weise Seele mahnt: Sei ein Freund, ein echt spürbarer Freund, der Seele des Anderen! Nimm nicht Besitz, versuch nicht zu kontrollieren, beanspruche nichts und erwarte ebenso wenig! Es gibt weder Mangel noch Versiegen – bloss Fülle! Erkenne und vertraue!

So echt, authentisch, wie du dich dann zeigst, wirst du alles von dir offenbaren: nicht allein deine Liebe, deine Zärtlichkeit und darüber hinaus deine Liebesfähigkeit, sondern auch Deine Verwundbarkeit und die Verletzungen, die dein eigenes Herz mit sich trägt. Jedoch ohne die Bitte, die oder der Andere möge es doch tunlichst heilen und in Balsam hüllen.

Sei dankbar und bleibe es, für alles was ihr in diesem zärtlichen Gefühl austauscht. Empfange alles wie ein unschätzbar kostbares Geschenk: eine feine Regung im Gesicht, eine sanfte Berührung, ein leichtes Streicheln los, ein gehauchtes Wort, ein Kuss vielleicht und jedes kleine, noch so sachte Antasten, Haut auf Haut. Und durch diese Dankbarkeit wirst du Demut erfahren – mehr noch, du wirst sie durch deinen Körper erleben und so dem Herzen vollends erschliessen. Es gibt keinen Verlass und schon gar keine Sicherheit, jedoch Gewissheit, indem sie dich vertrauen lässt: in unsere Seelen, in die Geschicke derselben und in einen höheren Plan, geschrieben von einer Macht – wovon wir letztlich Teil sind – und was wir ursprünglich abgesprochen haben.

Wie schön ist es, so verliebt zu sein – genau so: all das Beben, Zögern, Zweifeln und Zittern zwischen so lieblichen Gefühlen, was leiden lässt, unsäglich leiden. Und das Hoffen und Bangen dich quälen, weil du noch keine Klarheit und Aussicht erkennen kannst, welche dein Zutrauen nähren könnte. Ganz achtsam in dich hinein geschaut wirst du vielleicht dieses Bild erblicken: Ein wunderschön strahlender Lotus entfaltet sich bald über einem Sumpf – dem Morast aus diesem Gewusel. Und er wird dich heissen, mutig zu sein und in dieser Zuversicht dich klar offenbarend in all deinem Tun, Lassen und Wirken aus dieser tiefen Einsicht auszudrücken: Es ist nun nicht mehr das Wünschen, Wollen, Begehren und Verlangen des Menschlichen. Sondern wahrhaftige Absicht und so einem Plan folgend, den die Seelen unter sich ausgemacht haben. Ob ein göttlicher Plan, sei einerlei – schicke dich darin und dein Wesen darf vollenden. Finde zur Herzenseinsicht: es gibt wohl Schmerz, jedoch kein echtes Leiden.

Und während meine Finger an den Konturen Deines Gesichtes entlangfahren, dabei die Läppchen Deiner Ohren liebkosen und sich im Dickicht Deiner lockige in Haaren verfangen – wohl fest zusammen gesteckt – klären sich weiter Gedanken, Empfindungen, was auch immer! Jene entschwinden, diese indes erlangen im Bewusstsein klaren Ausdruck.

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Ich mache Dich nicht zur Gebieterin meines Herzens – Deine Seele allein ist Gebieterin des Deinen und meine Seele des Herzens mein. Doch was sie untereinander ausmachen, werden unsere Herzen zum Ausdruck bringen. Ja, das Ego darf ruhig aussen vor bleiben und dort, wo mein Bewusstsein die Botschaften des Herzens zu entschlüsseln vermag, wird das Sehnen etwas Stärkerem weichen: dem Vertrauen, dass eine mächtigere Kraft schon zusammenführe, was zusammenfinden darf. Und in diese Verbindung wird sie Aufgaben beordern, welche denn so geeinten Wesen dahingehend dienen soll, damit die so verbundenen Seelen sich optimal entfalten und ihr Geschick nun auf die individuell vereinbarten Aufgaben ausrichten, vielleicht sogar gemeinsam darauf hinzu wachsen. Worauf sie letztendlich nicht Zugang, sondern Eingang finden in dem Höheren, Mächtigen, dem Ursprung allen solchen Seins!

Ich trage Dein Herz

Ich trage Dein Herz bei mir.
Ich trage es in meinem Herzen.

Nie bin ich ohne es.
Wohin ich auch gehe, gehst Du, meine Teure.
Und was auch immer nur von mir allein getan wird, ist Dein Werk, mein Schatz.
Ich fürchte kein Schicksal, weil Du mein Schicksal bist, meine Liebste.
Ich brauche keine Welt, weil Du meine Schöne meine Welt bist, meine Wahre.

Du bist, wofür ein Mond jemals stand.
Und was eine Sonne auch immer singen wird, bist Du.

Hier ist das tiefste Geheimnis, um das keiner weiß.
Hier ist die Wurzel der Wurzel und die Knospe der Knospe
Und der Himmel des Himmels, eines Baumes namens Leben;
Der höher wächst, als die Seele hoffen, der Geist verbergen kann.
Und dies ist das Wunder, das die Sterne in ihren Bahnen hält.

Ich trage Dein Herz.
Ich trage es in meinem Herzen.

E. E. Cummings